Justyna Kisielewicz

SPECIAL EDITION

LOLITA / APEX
Giclée, 100 x 100 cm / 140 x 140 cm

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Justyna Kisielewicz

Zuckersüße Farbgüsse aus Bonbonrosa, Flamingopink, Princessblau und Wolkenweiß zerschmelzen auf prächtig detailliert ausgearbeiteten Leinwandoberflächen und schichten sich zu einer hübschen, heilen Welt mit schmucken Menschen, Tieren, Dekor, Glanz und Gloria. Womit wir mittendrin wären: in der glamourösen, jedoch gelungen geistreichen Bildwelt von Justyna Kisielewicz. Mutwillig, eigenwillig, souverän zelebriert die Künstlerin, die einst Malerei an der Kunsthochschule in Warschau studierte, ihren poppig-barocken Kunstrausch.

Das Thema – der Stoff, aus dem ihre Kunst ist: Konsum und Kapitalismus. Justyna Kisielewicz setzt sich in ihren Arbeiten mit der omnipräsenten, oberflächlichen, spiegelglatt retouschierten Massenkultur auseinander: kritisch, aber keineswegs despektierlich oder moralinsauer, sondern mit kokett-kessem Augenzwinkern.

So sind ihre kritischen Beobachtungen allesamt klug eingepackt in eine tradierte, altmeisterliche Symbolik: Auf Gucci-Einkaufstaschen posiert stolz ein Wiedehopf als Symbol des falschen Glaubens und des Hochmuts, aus dem Hintergrund kämpft sich fieberhaft flatternd eine Eule hervor: Symbol einstiger Weisheit. Gartenflamingos, beliebtes Symbol der Kitsch-Trash-Florida-Kultur, breiten sich unaufhaltsam in großen Horden aus. Dazu immer wieder Masken, das Symbol der Täuschung schlechthin, und Seifenblasen, die an die Vanitas gemahnen.

In diesem süffig-symbolischen Bildrepertoire posiert mittendrin die Künstlerin selbst als zentrale Bildfigur, sie mutiert zum Bildgegenstand und schlüpft gleich Cindy Sherman in verschiedene Rollen: träumender Akt, Hollywood-Ikone, Renaissance-Schönheit à la Lucrezia Panciatichi oder weiblicher Narziss, wobei letztere Darstellung eine kongeniale Umsetzung der fast obzessiven Selbstpräsentation in den Profilen der aktuellen Online-Netzwerke ist.

Was will uns Justyna Kisielewicz damit sagen? Im Sinne des kanadischen Philosophen Marshall McLuhan versteht sie sich vor allem als eine Künstlerin, die wie eine Art Radar oder Seismograph, gesellschaftliche Missstände warnend aufzeigt. Ihre Bilder sind somit als pointierte Stills, als Standbilder zu interpretieren, durch welche prägnante Szenen der Massenkultur eingefangen und mahnend fixiert werden. Auf inhaltlichem Terrain präsentiert sich Justyna Kisielewicz somit als eine Art Kassandra der Moderne.

Auf formaler Ebene huldigt sie jedoch den Meistern der Vergangenheit. So basieren alle ihre Bilder, der heutigen Schnelllebigkeit entgegengesetzt, auf einem gründlichen und somit langwierigen Arbeitsprozess, welcher bei der Anfertigung von unzähligen Skizzen einsetzt und über die Detailselektion bis hin zur Zusammenstellung der Komposition reicht. Selbst die Qualität der Farben hat eine altmeisterlich-alchemistische Attitüde: Justyna Kisielewicz grundiert mit selbstgemachter Eitempera und malt ausschließlich mit hochwertigen Ölfarben, wobei sie auf Terpentin als Binde- und Verdünnungsmittel vollständig verzichtet.

Die Bilder von Justyna Kisielewicz bestechen durch ihre akribische, fast schon exaltiert-exakte Ausführung und wirken somit selbst wie spiegelglatte Imitationen einer makellosen Massenkultur. Dadurch jedoch, dass die Künstlerin den Realismus souverän ausreizt, ihn überspitzt und stellenweise bis fast an die Grenzen eines hypergenauen Fotorealismus steigert, erzielt sie zugleich jenes wesentliche Quäntchen an verfremdender Überschärfe, durch welches das Sujet auch auf formaler Ebene kritisch-ironisch gelesen werden kann.

Dr. Heike Welzel-Philipp / April 2014

Biografie

Vita

2006 – 2011 
Master of Fine Arts in Painting at the Warsaw Academy of Fine Arts

2005 – 2008
Master of Arts in Political Science at University of Warsaw

2002 – 2005    
Bachelor of Arts in International Relations, specialization in American Studies at the Academy of International Relations and American Studies in Warsaw

Ausstellungen

Collective Shows

2013
„Borderline“, Acting Coach Studio, Warsaw
„Jasiński & Friends“, National Theatre, Warsaw
2nd National Painting Contest: „Painting as the universal language“, Fundacja Rozwoju Sztuki Zielona Marchewka, Ludwik Zamenhof’s Center, Białystok
„Animal – inspiration, symbol, excuse?“, Museum of Hunting and Horsemanship in the Royal Baths Park, Warsaw;
Art Fresh Festival IV, Sheraton Hotel, Warsaw;

2012
22nd National Review of Young Painting PROMOTIONS2012, The Gallery of Art in Legnica
XXI Auction „Wielkie Serce“(„The Great Heart“), The Manggha Museum of Japanese Art and Technology, Kraków
XI International Autumn Salon of Art “Homo Quadratus Ostroviensis, BWA Ostrowiec Świętokrzyski
2012 – Painting exhibition “Summer Salon”, GALLERY PROMOCYJNA, Warsaw
Post-degree exhibition of Prof. Leon Tarasewicz’s studio “ Rozstanie” (“Parting”), GALLERY BIELSKA BWA, Bielsko – Biała

2011
Master Degree exhibition “DyploMY 2011”, BOCHENSKA GALLERY, Warsaw
Painting exhibition “O rety, różne portrety” (Gosh! Various portraits”), GALLERY W DOMU, Bytom

 

Solo Shows

2013 – „16 shades of reality“, Art Pistols Gallery, Warsaw

2012 – Painting exhibition “Oh yes! Now I see it!” GALLERY PROMOCYJNA, Warsaw

2011 – Post–degree exhibition, GALLERY MITO, Warsaw

 

Awards

2013 – finalist – 2nd National Painting Contest: „Painting as the universal language“, Fundacja Rozwoju Sztuki Zielona Marchewka, Ludwik Zamenhof’s Center, Białystok

2012 – finalist – 22nd National Review of Young Painting PROMOTIONS2012, The Gallery of Art in Legnica

2012 – finalist – XI International Autumn Salon of Art “Homo Quadratus Ostroviensis, BWA Ostrowiec Świętokrzyski

2011 – Diploma with distinction at The Warsaw Academy of Fine Arts

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