Arno Bojak, 1974 in Wuppertal geboren, studierte von 1994 bis 2000 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Markus Lüpertz. Seinen Gemälden legt er sorgfältige Beobachtungen des Alltags und des Zeitgeschehens zugrunde.
Als zentrales Thema konzentriert sich das Werk des seit 2001 in Berlin lebenden Künstlers auf das Bild des Menschen. Diese Fokussierung hat er auch in seiner neuen, 2018 entstandenen Bildserie beibehalten.
Bojaks Gemälde entstehen aus einem Mix an Bezügen – etwa zur Kunstgeschichte, zur Literatur, zu Märchen, Sagen und Kinderbuchillustrationen, zum Comic oder zum Genre des Fantastischen Films. Wie schon in früheren Bildern sind häufig Kinder dargestellt. Kinderfiguren fungieren in Bojaks Werk schon immer als Archetypen. Sie stehen stellvertretend für die Spezies Mensch.
Es fällt auf, dass sich die Menschenbilder in den jüngsten Werken verändert haben. Es sind nicht mehr die umtriebigen coolen Kids und heimtückischen kleinen Monster im kindlichen Milieu dargestellt, sondern Jugendliche in der Adoleszenz. Die Figuren sind also ganz unverkennbar älter geworden. Aber es geht immer noch um Themen, die wir aus Bojaks früheren Bildern kennen – es geht um Macht, Liebes- und Rollenspiele.
Was die formale Konstruktion der neuen Bilder anbelangt, so faszinieren sie durch ihre extreme Dynamik ebenso, wie durch ihre komplizierten und irritierenden Perspektiven. Damit ist die Bildwirkung in dramatischer Weise gesteigert. Alles ist in Bewegung, Turbulenzen beherrschen die Kompositionen. Alles ist zentrifugalen Kräften ausgesetzt. Menschen, Gegenstände, Naturhaftes – alles wird wie durch eine mächtige Gravitation erschüttert und deformiert, und verschwindet wie im Auge eines Hurrikans.
André Lindhorst, 2018
Donnerstag, 29.11.2018 / 19-22 h
30.11.-18.01.2019
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