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Existentielle Themen durchziehen das gesamte Werk von Kevin A. Rausch. Eine Konstante seiner Malerei liegt im Thema der Landschaft bzw. der Wechselwirkung von Landschaft und Figur. Die Naturlandschaft, Wälder, Berge, Fluss- oder Seenpanoramen in die der Künstler seine Figuren versetzt sind symbolhafte Orte für die Unbeständigkeit und das auf-sich-selbst-geworfen-sein menschlicher Existenz.
Kevin A. Rausch arbeitet mit Verschmelzungen und Metamorphosen, Farbüberlagerungen und Formenbrechungen. Seine Malerei changiert zwischen Realismus und Abstraktion. Ein schneller und bewegter Malduktus lädt die Motive oft evident emotional auf.
Neben Szenerien mit Menschengruppen, zählt die Darstellung von Paaren oder von Einzelfiguren zu den bevorzugten Motiven des Künstlers. Weibliche Figuren, wie in dem zwar kleinformatigen aber eindrucksvollen Mädchenbildnis „Girls don´t cry“ (Abb. Seite 6), sind darunter jedoch eher seltener zu finden. Das junge Mädchen mit seiner auffällig exotischen Kopfbedeckung und dem weißen Kleid in Frontalstellung, das so wenig in die herben und mit Feuchtstellen durchdrungenen Waldlandschaft zu passen scheint, malte Rausch 2014. „Girls don´t cry“ ist ein schmales und eher kleinformatiges Werk.
Hinter ihr ist eine abstrahierende Landschaft, wohl eine Waldszene mit kleineren Wasserflächen zu erkennen. Auffällig ist die orientalische Kopfbedeckung mit der schräg nach unten verlaufenden Quaste, die das Kind trägt. Unter dem Turban lugen schwarze Haare hervor. Die emotionale Anspannung der Dargestellten ist augenscheinlich. Die Augen sind geschlossenen, sodass die Gedanken nach innen gerichtet scheinen. Spontan und ungestüm und wohl von Wut und Zorn erfüllt, tritt das Mädchen mit seiner Stiefelette in eine kleine Wasserfläche. Der Eindruck eines inneren Spannungszustandes ist durch die kämpferisch zur Faust geballte rechte Hand des Kindes unterstrichen. Auch der unruhige Figurenhintergrund mit den gespenstischen Schemen sowie dem geisterhaft angedeuteten Männerporträt verweist auf ein dramatisches, ja vielleicht sogar tragisches Geschehen, dessen Ursache dem Betrachter allerdings verborgen bleibt.
André Lindhorst, 2020
Sammlungen
MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten, Österreichische Nationalbank
Red Bull Hangart 7
STRABAG Kunstforum
MMKK-Museum Moderner Kunst Kärnten
Bibliographie
PARNASS Kunstmagazin Österreich, Text: Elisabeth Krimbacher
Hangart 7, Edition 15, Katalog, Text:Lioba Redekker
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