Walter Yu – AArtist-In-Residence-Programm, 2018
Kunst am Knotenpunkt der Außenpolitik
Ausstellung im Dachatelier des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland
AArtist-In-Residence | Ein Programm des Auswärtigen Amtes in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg)
Der chinesische Künstler Walter Yu – Maler, Fotograf, Filmemacher und Schriftsteller – reagiert in seinem AArtist-in-Residence-Konzept mit Tusche- und Pinselarbeiten sowie mit Keramiken auf das gegenwärtig kontrovers diskutierte Phänomen weltweiter Migration und Wanderungsbewegungen. Derzeit (2017) sind mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung.
Das Motiv der Wanderung (auch in der Fiktion oder der Fantasie) hat in der chinesischen Malerei ebenso wie in der chinesischen Literatur und Lyrik eine wichtige Tradition.
In seinem Konzept lässt sich der Künstler von der Literatur und Lyrik, aber auch von der Bildkunst aus ganz unterschiedlichen Epochen und Kulturen inspirieren. So spielen chinesische Gedichte aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. ebenso eine Rolle, wie die Reisetagebücher eines deutschen Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg – aber auch bekannte Werke aus der Kunstgeschichte, wie etwa Théodore Géricaults „Das Floß der Medusa“ von 1819.
Das Thema der gegenwärtigen Flucht- und Wanderungsbewegungen wird Walter Yu in Bezug zu fünf historischen Reisen, darunter Missions-, Forschungs- und Entdeckungsreisen stellen.
Walter Yus künstlerische Auseinandersetzung mit dem übergeordneten Thema Wanderung changiert zwischen Apokalypse und Utopie und zwischen Wirklichkeit, Fiktion und Vision. Dieser Aspekt kommt auch in seinen Keramik-Skulpturen, die der Künstler für das Projekt plant, zum Ausdruck. Sie stehen ebenfalls in Bezug zur Literatur, zumal sich Walter Yu von fantastischen Erzählungen des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges hat anregen lassen – beispielsweise „Die Bibliothek von Babel“, „Die zwei Könige und ihre zwei Labyrinthe“ und „Die Unsterblichen“
André Lindhorst, ehem. Direktor Kunsthalle Osnabrück
26.07.2018 / 18 h – Anmeldung erforderlich über galerie@villa-koeppe.de!
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